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Wissen schafft Heilung.

 

Arbeitsgruppe Situationsbewusstsein

Neben adäquatem Fachwissen und Kommunikation ist Situationsbewusstsein für die Patientensicherheit im Fachgebiet Anästhesiologie essentiell. Dabei gilt es nicht nur, den aktuellen Zustand des Patienten anhand physiologischer Parameter (z.B. Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung) adäquat wahrzunehmen, sondern auch, den Zustand des Patienten zu verstehen und mögliche Veränderungen dieses Zustands in den nächsten Minuten und Stunden zu antizipieren. Das Wissen auf den Ebenen perception, comprehension, projection wird unter dem Begriff Situationsbewusstsein (Situation Awareness) zusammengefasst. Adäquates Situationsbewusstsein ist die Voraussetzung dafür, korrekte Entscheidungen zu treffen, sich in das Behandlungsteam einzufügen bzw. es zu leiten und die richtigen Prioritäten zu setzen. Akkurates Situationsbewusstsein ist somit für eine optimale Behandlung des Patienten unabdingbar.
Unsere „Arbeitsgruppe Situationsbewusstsein“ beschäftigt sich mit der Identifizierung von Faktoren, die bei der Bildung von adäquatem Situationsbewusstsein förderlich oder hinderlich sein können. Besonderer Fokus liegt auf der quantitativen Erfassung von Situationsbewusstsein und assoziierter Variablen wie Arbeitsbelastung, Behandlungsqualität und Aufmerksamkeitsverteilung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Evaluation simulations-basierter Curricula, die darauf ausgerichtet sind, Fähigkeiten für die Erlangung von Situationsbewusstsein zu trainieren.

Mitarbeiter

PD Dr. med. Christian Schulz
Matthias Skrzypczak
Dipl.-Ing. Matthias Kreuzer
Prof. Dr. med. Klaus J. Wagner

Förderung

Neben institutseigenen Mitteln stehen Mittel der fakultätsinternen Kommission klinische Forschung (KKF) zur Verfügung, weitere Förderanträge befinden sich in Begutachtung.

Räumliche und apparative Ausstattung

Die Arbeitsgruppe nutzt das Simulationszentrum der Fakultät für Medizin der TUM sowohl als Trainingsinstrument als auch zu wissenschaftlichen Zwecken. Hier stehen mehrere Patientensimulatoren zur Verfügung, die auch anästhesiologisch komplexe Zwischenfälle (z.B. Narkoseeinleitung, verschiedenste intraoperative Szenarien) in einem hohen Maße realitätsnah und standardisiert darstellen können. Hierdurch wird wissenschaftliche Vergleichbarkeit gewährleistet und, für uns von entscheidender Bedeutung, es kann ohne Gefährdung von Patienten trainiert und geforscht werden.EyeSeeCam

Weiterhin kommen Blickregistrierungssysteme zum Einsatz, die durch unseren Kooperationspartner (Prof. Dr. rer. nat. E. Schneider, Institut für Klinische Neurowissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität) zur Verfügung gestellt werden. Das dort entwickelte System "EyeSeeCam" wird genutzt, um mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zu untersuchen (Beispielfilm, bereitgestellt durch das Journal of Clinical Monitoring und Computing, ca. 150 MB) wie Anästhesisten Informationen mithilfe handelsüblicher Monitoringsysteme akquirieren und wie sich kritische Zwischenfälle auf diesen Prozess auswirken. Das System wurde bereits in einer Wissenschaftsreihe des ZDF einem breiteren Publikum vorgestellt („Drehscheibe Deutschland“, 03.02.2011).

Arbeitsschwerpunkte

  • Entwicklung und Evaluation von simulations-basierten Trainingscurricula zur Förderung von Situationsbewusstsein in der Anästhesie
  • Entwicklung invasiver und nicht-invasiver Methoden zur Erfassung von Situationsbewusstsein auf den einzelnen Ebenen
  • Untersucher-unabhängige Erfassung von Behandlungsqualität während simulierter Narkosezwischenfälle
  • Arbeitsbelastung in der Anästhesie und Intensivmedizin
  • Eye-tracking gestützte Identifizierung von Faktoren, die die Verteilung der visuellen Aufmerksamkeit von Anästhesisten beeinflussen

Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern

Kontakt:
PD Dr. med. Christian Schulz, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Email: c.schulz(at)tum.de