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Bluttransfusion

Bluttransfusion

Blutprodukte stellen eine wichtige, z.T. lebensrettende Medikamentengruppe dar. Häufige Anwendungsgebiete sind u.a.:

  • Störungen der Blutgerinnung inkl. Bluterkrankheit
  • Eiweiß- inkl. Blutflüssigkeitsmangel oder -verschiebung (Ödem)
  • Äußere und innere Blutungen inkl. Operationen
  • Unfallschock
  • Verbesserung der Abwehrkräfte inkl. Schutzimpfungen (z.B. Tetanus)
  • Blutarmut
  • Gewebeklebung zur Blutungsstillung; bei Gewebetransplantationen und zur Wundbehandlung.

Meist lässt man das flüssige Blutprodukt über eine Kanüle (Hohlnadel) oder einen Schlauch (Katheter) aus einem Beutel oder einer Flasche in eine Vene einfließen. Manchmal muss es in die Vene gepumpt werden. Wie bei allen Infusionen kann es in sehr seltenen Fällen durch die Punktion zu Schädigungen von Blutgefäßen und Nerven sowie zu Venenentzündungen kommen. Gewebekleber kann entweder direkt auf die offene Wunde aufgetragen werden oder über lange dünne Schläuche (Sonden) unter endoskopischer Kontrolle (z.B. Magenspiegelung) direkt ins Gewebe gespritzt werden.

Mögliche Komplikationen der Bluttransfusion:

  • Immer werden Spender und Spenderblut gründlich untersucht. Bei Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentraten ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme nicht möglich. Bei Frischplasma ist eine Quarantänelagerung von 6 Monaten gesetzlich vorgeschrieben und die Konserve darf erst transfundiert werden, wenn eine Kontrolluntersuchung des Spenders nach diesem halben Jahr seine Infektiosität ausschließt. Die meisten anderen Blutbestandteile können physikalisch-chemisch behandelt werden, um etwaige Krankheitserreger abzutöten. Trotzdem lässt sich eine Infektion, vor allem mit Hepatitis (Leberentzündung mit Gelbsucht) und HIV (AIDS), nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen. Sie liegt aber selbst bei den weder behandelbaren, noch quarantänelagerbaren Erythrozytenkonzentraten für die Hepatitis C nur bei etwa 1:50 000, für HIV sogar nur bei etwa 1:1 000 000. Nur in seltenen Ausnahmefällen müssen zur Behebung lebensbedrohlicher Zustände Blut (z.B. Frisch- oder Warmblut) oder Blutbestandteile übertragen werden, die noch nicht abschließend auf Krankheitserreger untersucht wurden. Müssen Blutprodukte blutgruppenverträglich verabreicht werden, wird dies vorher durch spezielle Verfahren (Blutgruppenbestimmung, Kreuzprobe etc.) überprüft. Da eine grob blutgruppenunverträgliche Fehltransfusion durch den Zerfall der transfundierten roten Blutkörperchen lebensbedrohlich ist, können Arzt oder Labor ggf. auch eine mehrfache Bestätigung der Patientenblutgruppe durchführen lassen. Dies dient vor allem der Sicherheit des Patienten! Nur in seltenen Ausnahmefällen müssen zur Behebung lebensbedrohlicher Zustände Blut oder Blutbestandteile übertragen werden, die mit der Blutgruppe des Empfängers nicht voll übereinstimmen. Es können sich Antikörper und Hemmkörper bilden, die bei späteren Transfusionen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Veränderungen im Stoffwechsel treten meist nur bei Vorschädigungen auf; sie sind in der Regel gut beherrschbar.
  • Die Übertragung von großen Blutmengen kann Gerinnungsstörungen mit der Gefahr der Verblutung verursachen. Nach der Übertragung von Blut oder roten Blutkörperchen kann sich die Haut vorübergehend gelb färben (Gelbsucht, Ikterus). Häufigere Transfusionen führen gelegentlich zu vermehrten Eisenablagerungen mit Organschäden.
  • Die Eigenblutgewinnung bzw. -verabreichung bietet in bestimmten Fällen, z.B. planbaren Operationen, die Möglichkeit, vor allem die der Blutgruppenunverträglichkeit sowie der lnfektionsübertragung innewohnenden Risiken der Fremdblutübertragung zu vermindern oder vollständig auszuschließen. Ob und inwieweit dieses Verfahren in Ihrem speziellen persönlichen Fall eine alternative Möglichkeit darstellt, besprechen wir gerne mit Ihnen. Bitte fragen Sie den Operateur oder uns!
  • Leichtere Unverträglichkeiten i.S. von allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Hautrötung und Quaddelbildung sind nach Gabe von allen Blutprodukten möglich. Gelegentlich kommt es zu Fieber, äußerst selten zu schwerwiegenden Herz- und Kreislaufreaktionen (Schock), Störungen der Hirndurchblutung und Atmung sowie zum Lungenödem.

Bitte unbedingt beachten:

Haben Sie eine Transfusion im Rahmen einer ambulanten Behandlung erhalten, so ist darauf zu achten, dass Sie bis mindestens 2 Stunden danach nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen sollten und dass sich unerwünschte Wirkungen auch erst nach Stunden, Tagen oder noch später bemerkbar machen können. Zeichen dafür können sein: Fieber, Schmerzen, Luftnot, Übelkeit, Unruhe, Schüttelfrost, Herzklopfen, Blässe, Juckreiz, kalter Schweiß, Hautausschlag, Gesichts- und Gliedmaßenschwellung. Jedes dieser Symptome kann einzeln völlig harmlos sein, entscheiden kann dies aber nur der Arzt, deshalb nehmen Sie bitte bei derartigen Beschwerden unverzüglich Kontakt mit Ihrem Hausarzt oder mit uns auf. 

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