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Wissen schafft Heilung.

 

Simulation

Um unseren Patienten in Notfällen und kritischen Situationen die größtmögliche Sicherheit zu bieten, werden unsere Mitarbeiter durch das Simulationsteam der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Vorfeld auf den Umgang mit Notsituationen vorbereitet.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Simulationstrainings liegt auf der Behandlung und dem Management unerwarteter, potentiell lebensbedrohlicher Zwischenfälle in allen Bereichen der Medizin. Unser Simulationsteam betreibt im Simulationszentrum der Fakultät für Medizin (Wegbeschreibung) verschiedene low- und high-fidelity Patienten-Simulatoren. Diese ermöglichen Notfälle in Form unterschiedlichster Szenarien darzustellen und ohne die Gefährdung von Patienten zu trainieren.

Organisation und Auskunft:
Prof. Dr. med. Rainer Haseneder
Email: rainer.haseneder(at)tum.de, Tel. 089 4140-9641

 

Kurse

"Crisis Resource Management" – Zwischenfallstraining für Anästhesisten
Im klinischen Alltag des Anästhesisten ist es entscheidend, kritische Situationen rasch zu erfassen und effektiv zu therapieren. Ein Einüben entsprechender Abläufe ist in der konkreten (lebensbedrohlichen) Situation kaum möglich, dennoch müssen die hierfür nötigen Handlungsabläufe perfekt koordiniert und durchgeführt werden.
Das Training am Patienten-Simulator ermöglicht das kontrollierte Einüben rascher Reaktion und adäquater Therapie, ohne dass dadurch Patienten gefährdet werden. Hierbei muss zielgerichtete und effektive Kommunikation im Team stattfinden und vorhandene materielle und personelle Ressourcen müssen möglichst effektiv eingesetzt werden. Grundlagen dieses Crisis Resource Managements werden im Kurs vermittelt und in der Simulation angewandt und trainiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung nicht-technischer Fähigkeiten. Der Patienten-Simulator "reagiert" dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams, das Team bestimmt unmittelbar Verlauf (und Ausgang) der Simulation.
Aktuelle Termine dieser Kurse finden Sie hier.

Kardiopulmonale Reanimation (CPR) nach den aktuellen Richtlinien des European Resuscitation Council (ERC) und praktische Anwendung
Das ärztliche und pflegerische Personal ist immer wieder mit unerwarteten Notfällen konfrontiert, die abhängig von Arbeitsplatz und Aufgabenspektrum unterschiedlich häufig vorkommen. So sehen sich auch Ärzte, die nur sehr selten mit notfallmedizinischen Problemen zu tun haben, plötzlich mit einem akuten Koronarsyndrom konfrontiert oder werden zur Reanimation gerufen. Die Schwierigkeit besteht darin, richtig und schnell zu reagieren, obwohl diese Notfälle aufgrund ihrer Seltenheit in der Praxis kaum zu trainieren sind.
In diesem Kurs wird die kardiopulmonale Reanimation nach den aktuellen Richtlinien des ERC durch praktische Übungen vermittelt. Im Anschluss werden am Patienten-Simulator verschiedene Szenarien trainiert, die an die normale Arbeitsumgebung der Teilnehmer angepasst werden. Der Patienten-Simulator reagiert dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams und das Team bestimmt unmittelbar den Verlauf (und Ausgang) der Simulation.
Aktuelle Termine dieser Kurse finden Sie hier.

Simulationskurs Notfallmedizin - Simulationstraining für angehende und junge Notärzte
Im Notarztalltag ist es entscheidend, lebensbedrohliche Situationen rasch zu erfassen und effektiv zu therapieren. Während der Ausbildung zum Notarzt (Fachkundenachweis Rettungsdienst und Zusatzbezeichnung Notfallmedizin) ist es nicht möglich, unter realen Bedingungen und auf sich allein gestellt, diese Situationen zu trainieren. In diesem Kurs werden daher am Patienten-Simulator häufige und seltene Szenarien aus der Notfallmedizin trainiert. Die Erzeugung einer realen Umgebung mit Hilfe von Videoprojektionen, Geräuschkulisse, vollständiger Originalausrüstung eines Notarztwagens und der Unterstützung durch Rettungsassistenten spielt eine entscheidende Rolle. Der Patienten-Simulator reagiert dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams, das Team bestimmt unmittelbar Verlauf (und Ausgang) der Simulation. Im Anschluss an jedes Szenario findet eine gemeinsame Nachbesprechung unter der Leitung erfahrener Notärzte statt.

Wenn Sie ein speziell auf Sie (z. B. Praxisinhaber) und Ihr Team abgestimmtes Kursdesign wünschen, kontaktieren Sie uns: simulationszentrum(at)lrz.tum.de oder 089 4140-9641

Simulatoren und Räumlichkeiten

Verschiedene Patienten-Simulatoren kommen abhängig vom Kurs zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem ein HAL S1000® Notfallsimulator (Gaumard), ein Sim-Baby® (Laerdal) und ein Human Patient Simulator® (CAE Healthcare) sowie mehrere Resusci Anne®-Modelle (Laerdal).

High-fidelity Simulation bedeutet, dass zahlreiche Vitalfunktionen eines Patienten durch das Simulationsmanikin imitiert werden: So hebt und senkt sich z. B. der Thorax bei der Simulation eines wachen, ansprechbaren Patienten. Die Beschaffenheit der oberen Luftwege kann so verändert werden, dass eine Intubation (das Einführen einer Hohlsonde in die AtemwHuman Patient Simulatorege) v.a. für den Ungeübten unmöglich wird: in der Rachenhinterwand eingebaute Luftkissen, die vom Bediener aus dem Kontrollraum ferngesteuert aufgeblasen werden, verändern die Anatomie der Puppe so, dass die Intubation erschwert oder gar unmöglich wird. Laryngospasmus oder Bronchospasmus machen die (Masken-)Beatmung unmöglich. Durch einseitige Thoraxexkursionen und einseitig hypersonoren Klopfschall kann ein Pneumothorax dargestellt werden. Mit begleitender Hypotension und Tachykardie wird daraus schnell der Spannungspneumothorax, der durch die übenden Personen mittels Drainage entlastet werden muss. Bis hin zu dem seltenen Krankheitsbild der Malignen Hyperthermie mit exzessiver CO2-Produktion, Temperaturanstieg und Herz-Kreislauf-Symptomen können fast alle erdenklichen Komplikationen und Zwischenfälle simuliert werden.

Zur Therapie werden die gleichen Instrumente/Geräte wie in der Realität eingesetzt. So erkennt ein Überwachungsmonitor nicht, dass „Vitalparameter“ eines Simulators gemessen werden. Da bei dem full-scale Simulator HPS in der Exspiration physiologische Mengen an CO2 ausgestossen werden, können alle gängigen Narkosegeräte zum Trainieren verwendet werden. Die Realitätsnähe erzeugt schnell natürliche Verhaltensmuster und Stress bei den Trainingspersonen.

Im 2014 eröffneten Simulationszentrum Medical Training Center TUM der Fakultät für Medizin stehen verschiedene originalgetreue Räumlichkeiten als Simulationsumgebung zu Verfügung: Auf über 600 qm Nutzfläche wurden u. a. ein OP-Saal, ein Intensivstationszimmer und ein "normales" Patientenzimmer nachgebaut und mit der üblichen klinischen Ausstattung versehen. So stehen u. a. OP-Tische, Transportliegen, Narkosegeräte, Monitoringsysteme, Notfallrucksäcke, Narkosewägen, Vakuummatratzen, Defibrillatoren der neuen Generation und vieles mehr zur Verfügung. Modernste Audio- und Videotechnik gewährleistet, dass das Geschehen durch weitere Teilnehmer live aus einem sog. Debriefingraum beobachtet werden kann.